Unsere Afrikareise

Ulrich Seidls Film über exotische Jagdvergnügen verendet in Belanglosigkeiten

FEUILLETON | FILMKRITIK: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 36/16 vom 07.09.2016

Sex liegt in der Luft. "Nimm ihn", flüstert der Guide seinem zögernden Gast zu, dessen Gerät so mächtig ist, dass es auf einem Stativ aufgestützt werden muss: "Jetzt kannst ihn nehmen." Dann entlädt sich unter lautem Krachen die Spannung. "So 'n Mist!", hadert der deutsche Waidmann mit seinem Jagdpech, schultert das Gewehr, und schon geht's weiter. Beim nächsten Versuch wird er besser zum Schuss kommen.

"Safari", der neue Film von Ulrich Seidl, erzählt von ein paar Jagdtouristen, die auf Urlaub fahren, um Tiere zu töten. Manche sind vermutlich Jäger von Beruf, andere vielleicht Sportschützen, wieder andere wohl nur auf der Flucht vor der Langeweile ihres Alltags. Dass es davor kein Entkommen gibt, verdeutlichen die burlesken Dialoge eines alten Ehepaars, das bereits in Seidls vorangegangenem Werk ("Im Keller", 2014) mitwirkte.

Man sitzt im Feriendomizil in, sagen wir, Namibia und redet vornehmlich übers Essen, ganz wie zu Hause beim Heurigen. - Er: "Vom Eland der Lungenbraten


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