IT-Kolumne

Digitalia

MEDIEN | ANNA GOLDENBERG | aus FALTER 36/16 vom 07.09.2016

Man sitzt auf der Couch und nuckelt an seiner Flasche. Es ist spät. Zu spät? Man berät: Was tun? Die Falter: Woche ist unauffindbar (Achtung, Schleichwerbung!), also zieht jemand sein Smartphone aus der Tasche. Es gäbe diese neue App, Bloom, da könne man nachschauen, welche Veranstaltungen gerade in der Umgebung stattfinden. Okay. Zweieinhalb Kilometer von der Couch entfernt pulsiert ein oranger Punkt auf der interaktiven Karte. Eine Party! Angegeben sind nur eine kurze Beschreibung, die Adresse und der Vorname der Person, die die Veranstaltung "gebloomt" hat. Hoffentlich weiß der Gastgeber davon.

Nachts ist man mutig, also geht man hin. Eine verrauchte WG voller Menschen. "Woher kennt ihr den Soundso?" - "Wer ist das?" - "Na, der wohnt hier!" - "Ach klar. Von Bloom!" Nachts wird so was mit einem verständnisvollen Kopfnicken akzeptiert. Es klingt wirklich sehr lässig: "Wir sind Bloomer!" - "Aha. Trinkt ihr Bier?" Man fühlt sich den vorherigen Generationen haushoch überlegen, setzt sich auf die Couch und nuckelt an seiner Flasche.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige