Die Vorstadt besetzen

Der Freiluftsupermarkt in Atzgersdorf versucht Stadtentwicklung auf andere Art

STADTLEBEN | BESUCH: BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 36/16 vom 07.09.2016

Auf Selbsterntefeldern einer mit kulturellen Zwischennutzungsprojekten bespielten leerstehenden Sargfabrik bringen Flüchtlinge seltene Gemüsesorten aus Samenspenden des Vereins Arche Noah zum Wachsen. Die Früchte gibt es gegen eine freiwillige Spende. Dazu die obligatorischen Hühner und Bienen; Kinder aus Integrationsklassen, die Saat ausbringen und Honig schleudern -mehr Boboklischee auf 3000 Quadratmetern geht schon fast nicht mehr.

Den Freiluftsupermarkt aber auf ein integratives Urban-Gardening-Projekt zu reduzieren würde zu kurz greifen. Viel zu kurz. Genau das will man nämlich nicht sein. "Urban Gardening macht im Grunde das Gegenteil: Öffentliche Flächen werden dabei quasi privatisiert. Deshalb lassen wir hier keine eigenen Beete zu, sondern nur die Ernte. Mit dem Freiluftsupermarkt wollen wir den Stadtteil prägen, indem wir ihn temporär besetzen. Wir wollen Räume für alle erschließen, die sonst unzugänglich sind", erklärt Marie-Theres Okresek die Unternehmung.

Okresek


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