Kommentar Archäologie

Genug gegraben: Das Ende der Forschungen im türkischen Ephesos

MEINUNG | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 36/16 vom 07.09.2016

Die Entdeckung eines antiken Beisls war die Sensation des archäologischen Sommers 2015. Die Forscher des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI) unter der Leitung von Sabine Ladstätter stießen in dem heute türkischen Ephesos auf die Überreste einer Taverne aus byzantinischer Zeit. Die erhaltenen Trinkbecher, Schalen und Teller eröffneten Einblicke in das spätantike Alltagsleben.

Nun ist es vorbei mit wissenschaftlichen Schlagzeilen aus der antiken Stadt, in der 180 Fachkräfte -darunter ein Dutzend ÖAI-Mitarbeiter -am Werk waren und das von 1,5 Millionen Touristen jährlich besucht wird. Auf Anordnung des türkischen Außenministeriums mussten die Archäologen ihre Arbeit einstellen, zwei Monate früher als geplant. Die gesetzliche Grundlage der Grabungen ist eine jährlich zu erneuernde Genehmigung der türkischen Antikenverwaltung, die nun vorzeitig verfällt.

Für die österreichische Altertumsforschung ist die Entscheidung ein Desaster. Die Zusammenarbeit mit der Türkei


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