Die anderen sind noch viel schlechter dran

In ihrem Roman "Drehtür" lässt Katja Lange-Müller eine Krankenschwester über das Wesen des Helfens nachdenken

FEUILLETON | BUCHKRITIK: KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 36/16 vom 07.09.2016

Jahrelang hat Katja Lange-Müller Tiere für den Titel ihrer Bücher herangezogen: "Verfrühte Tierliebe", "Vom Fisch bespuckt" oder "Böse Schafe". Jetzt, wo kaum noch ein Cover ohne Fauna-Sujet auskommt, ist es ihr offenbar zu dumm geworden. "Drehtür" heißt ihr jüngster Roman, obwohl Tiere darin nach wie vor eine nicht ganz unbedeutende Rolle spielen: deutsche Wespen zum Beispiel, eine trächtige tunesische Katze oder lesbische, soll heißen: auf Lesbos lebende Geckos.

Den Wespen rückt die Protagonistin in jugendlichen Jahren mit Spülmittel an die Taille; der Katze steckt sie heimlich geraubte Essensreste zu; die Geckos vertreibt sie im Auftrag ihres mit ihr urlaubenden Freundes, eines Ösis namens Kurt, der "eben kein großzügiger Wiener", auch kein "großkotziger Schlawiner", sondern "ein ehrgeiziger Sozialwissenschaftler aus der Steiermark" mit ausgeprägter Viechphobie ist: ",Asta', rief er, ,mach sie weg, die Biester! Du bist Krankenschwester. Du ekelst dich nicht.'"

Da hat er


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige