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Ärger im Künstlerhaus

FEUILLETON | aus FALTER 36/16 vom 07.09.2016

Vergangene Woche äußerte sich Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder noch zuversichtlich: Das Künstlerhaus werde bis 1. September 2018, rechtzeitig zum 150. Jahrestag seiner Eröffnung, saniert sein. An diesem Termin werden nun Zweifel laut.

In einem Brief an Künstlerhaus-Präsident Michael Pilz schreiben drei Mitglieder des Gebäudeausschusses, der beim geplanten Bauvorhaben die Interessen der Künstlervereinigung vertritt: "Die angestrebte Eröffnung im Jubiläumsjahr 2018, welche seitens des Miteigentümers Haselsteiner Privatstiftung zugesichert wurde, ist nicht einzuhalten." Die Architekten Rudolf Rollwagen und Dimitris Manikas sowie die Künstlerin Jana Wisniewski kritisieren die mangelnde Transparenz des Projekts. Die notwendigen Informationen bezüglich Planfortschritt, Behördenverfahren und Besprechungen beim Bundesdenkmalamt seien nicht an sie weitergeleitet worden.

Aus Protest verließen Manikas, Rollwagen und Wisniewski den Ausschuss. "Der Enteignungsprozess ist so weit fortgeschritten, dass kaum Gestaltungsspielraum bleibt", erklärt Jana Wisniewski ihre Entscheidung.

Die Albertina will das Gebäude der Künstlervereinigung mit Beständen aus der Sammlung Haselsteiner bespielen. Der Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner hat den Palast am Karlsplatz 2015 zu 75 Prozent übernommen und angekündigt, 30 Millionen Euro in die bauliche Sanierung zu stecken. Peter Zawrel, Geschäftsführer des Künstlerhauses, betont, er habe die Mitglieder stets informiert, im September würden die Pläne bei der Baubehörde eingereicht. Auch ist Zawrel davon überzeugt, dass der Eröffnungstermin halten wird.


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