Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 37/16 vom 14.09.2016

Pop

Elektro Guzzi: Clones

Der Lauf des Wiener Trios, das in der Bandbesetzung Gitarre, Bass und Schlagzeug knackigen Techno spielt, hält an. Bei aller nötigen Konzentration klingen Elektro Guzzi, die zuletzt auch Neben-und Soloprojekte forcierten, auf Album Nummer sechs richtig lässig und gelöst. Im ersten Stück "Room" verbinden sie meisterlich einen treibenden Groove mit entschleunigten Akkorden, "Voix" groovt fast schon sambaesk. Aber auch weniger aufs Anschieben bedachte, verspielte Stücke wie "Wood" machen viel Spaß. (Makro) SF

Pop

The Frightnrs: Nothing More to Say

Das New Yorker Retro-Plattenlabel Daptone ist an sich auf Soul-und Funkproduktionen spezialisiert, die nach einer Zeitreise in die Sixties klingen. Nun erweitert sich das Spektrum um Reggae, wobei der Ansatz derselbe bleibt. Mit viel Liebe zum Detail interpretieren The Frightnrs auf diesem anrührenden Debüt den relaxten Rocksteady-Sound der späten 1960er. Es geht nicht um Jah oder die Rebellion, sondern um Herzensangelegenheiten; "Intensität durch Zurückhaltung" lautet das musikalische Motto. (Daptone) GS

Jazz

Emile Parisien Quintet: Sfumato

In der Kunstgeschichte bezeichnet "sfumato" die Maltechnik, Hintergründe in ein verschwommenes, weiches Licht zu tauchen. Insofern ist der Titel etwas irreführend, denn auch wenn es kontemplative Stücke und ein wenig Begräbnismusikjazzrock gibt, zeichnet sich das jüngste Album des französischen Saxofonisten (Jg. 1982) mit dem deutschen Piano-Star Joachim Kühn (p) durch seine Rasanz, durch abrupte Tempowechsel und entschiedenen Groove auch bei gelassener Überlandpartiegeschwindigkeit aus. (ACT) KN


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige