In einer Zeitmaschine namens Wien

Die multimediale Künstlerin Chilo Eribenne präsentiert bei der Wienwoche ihr neuestes Werk, ein afrofuturistisches Theaterstück


PORTRÄT: MARTIN PESL
Feuilleton | aus FALTER 37/16 vom 14.09.2016

Chilo Eribenne mag lange Titel. Im Winter 2011 kuratierte die in unterschiedlichen künstlerischen Fächern versierte Engländerin an der Wiener IG Bildende Kunst eine Ausstellung, die sie "The Revolution Will Be Televised and Broadcast on the Internet" nannte. Ihr Kinderstück beim Wir-sind-Wien-Festival vor drei Jahren hieß vergleichsweise handlich "Sam the Sailor enters the 21st Century".

Ihr neuestes Werk, das Eribenne im Rahmen der Wienwoche 2016 zeigen wird, firmiert nun unter -tief Luft holen -"When the World Comes to an End, Move to Vienna - Because Everything Happens There 20 Years Later!" Dieser rekordverdächtig lange Titel ist die Übersetzung eines bekannten Wiener Sagers, von dem allerdings nicht ganz klar ist, wem er erstmals über die Lippen kam.

Der Spruch, wonach selbst der Weltuntergang in Wien mit 20-jähriger Verzögerung erfolgen würde, spiegelt den Eindruck wider, den die Londonerin hatte, als sie 1999 im Zuge einer DJ-Tour durch mittel-und osteuropäische Clubs 31-jährig

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