Vielgequältes, vielgewähltes Österreich

Es wütet die Tücke des Objekts, aber auch die Tücke des Subjekts ist nicht zu verachten. Vieles ist anders, als es scheint. Politik zum Beispiel ist Bluff, und Norbert Hofer ist kein netter junger Mann, sondern ein Faschist


ESSAY: ARMIN THURNHER

Politik, FALTER 37/16 vom 14.09.2016


Illustration: Jochen Schievink

Illustration: Jochen Schievink

Nicht auch noch die Kuverts! Es scheint, als sei der Alltagsteufel über Österreich hereingebrochen. Als wüte die Tücke des Objekts im Volk, unter politischen Parteien, unter Verfassungsjuristen, von Journalisten ganz zu schweigen. Manche von ihnen agieren in der Revolte der Gegenstände wie Undercoveragenten. Leid und Lust an den Verhältnissen sind bei ihnen geschäftsbedingt nicht mehr voneinander zu unterscheiden.

„So lauert (…) alles, alles auf den Augenblick, wo man nicht acht gibt.“ Um dann zuzuschlagen und einen in Peinlichkeiten zu stürzen, wie es im Roman „Auch einer“ von Friedrich Theodor Vischer heißt, dem klassischen Text über das Ungeschick. Vischer hat dort das Wort von der Tücke des Objekts geprägt.

„So lauert alles auf den Augenblick, wo man nicht achtgibt“, damit könnte man die Öffentlichkeit der Social Media charakterisieren, dieses digital befeuerten permanenten gegenseitigen Belauerns und Beschämens, Ertappens und Bloßstellens. Ich war dabei, ein Buch über Medien zu schreiben, aber ich habe nicht achtgegeben, und Österreich ist mir dazwischengekommen. So wurde ein Essay über Österreich daraus.

  2503 Wörter       13 Minuten
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