Film Neu im Kino

Ein Tag mit Michelle und Barack Obama

Lexikon | SABINA ZEITHAMMER | aus FALTER 37/16 vom 14.09.2016

Dass diese Geschichte ein Happy End hat, weiß man schon, sind Michelle und Barack Obama doch ein weltberühmtes Paar. Wie sie zusammenkamen, skizziert Richard Tanne in seinem Langfilmdebüt "My First Lady", dessen Erzählzeit einen Sommertag des Jahres 1989 umfasst, trotzdem auf ganz spannende Weise. Denn die ehrgeizige Chicagoer Anwältin Michelle Robinson will das private Treffen mit dem charmanten Juristen Barack Obama partout nicht als Date sehen. Er will sie erobern - und nimmt Michelle nicht nur zur vereinbarten Gemeindeversammlung, sondern auch zu einer Ausstellung afroamerikanischer Kunst und einem Picknick im Park mit.

Anfangs stolpert der vorrangig von Gesprächen geprägte biografische Film in dem Bemühen, möglichst viele Details aus dem Leben der Protagonisten zu beleuchten, wenig elegant dahin. Aufgerufen werden diese Details durch äußere Reize, etwa die Bilder von Ernie Barnes oder eine Gruppe von Perkussionisten. Ob deren Musik religiöse Hintergründe habe, überlegt Barack -schon ist man bei der Gretchenfrage gelandet.

Einen Streit über Berufliches später folgt die Gemeindeversammlung in einem armen Stadtteil Chicagos, bei der Barack, ganz der zukünftige Politiker, eine Rede hält. Die angesäuerte Michelle taut daraufhin ein wenig auf und das Date nimmt mit Drinks und Kino (Spike Lees "Do the Right Thing" ist in aller Munde) seinen Lauf.

Dass das Herumflanieren des Paares in Pastell nicht kitschig ist, ist Tika Sumpter und Parker Sawyers in den Hauptrollen zu verdanken -und den Dialogen, die nach den anfänglichen Schwächen an Authentizität und Tiefe gewinnen. So entsteht ein adretter, kurzweiliger Liebesfilm mit gesellschaftspolitischem Subtext, der auch heute noch aktuell erscheint.

Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn)


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