Der Tag, an dem die Spanner aus dem Rathauspark verschwanden

Mit einer Fülle von Exponaten umreißt die Schau "Sex in Wien" die erotische Erregungskurve der Stadt. Wie das Internet auf die urbane Lust wirkt, bleibt offen

Feuilleton | RUNDGANG: NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 37/16 vom 14.09.2016

Auf Knopfdruck ertönt es im ganzen Ausstellungsraum. "Pempern, schnackseln", ist eine Frauenstimme zu hören, richtig ordinär. In der Ausstellung "Sex in Wien" können sich die Besucher bei drei Audiostationen hiesige Dialektausdrücke fürs Kopulieren anhören.

Wie macht man eine kritische Ausstellung zu einem Thema, das das Publikum scharenweise zum Gaffen ins Museum treibt? Wien-Museum-Direktor Matti Bunzl und sein Team widmen der Problematik "Männer starren auf nackte Frauenkörper" gleich den Prolog zur Schau und beweisen auch einen humorvollen Zugang.

Dort hängt etwa ein Foto der ersten Erotikmesse "Sexpo 71" im Künstlerhaus, wo eine Schar von Anzugträgern auf ein Modell im durchsichtigen Babydoll blickt. Daneben ist eine Serie von 3-D-Aktfotos ausgestellt. Diese "Bildtafeln zur Differentialdiagnostik des Busens" wurden 1930 von Pseudo-Sexualforschern entwickelt, die die Formen weiblicher Brüste und Hinterteile abstrus kategorisierten.

Die Schaulust befeuerte Wien schon zur Jahrhundertwende,


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