Theater Kritiken

Cineastische Höhlenforschung

VERONIKA KRENN | Lexikon | aus FALTER 37/16 vom 14.09.2016

Aus zwei Packpapierstreifen gerollt, auf wackeligen Beinen, erobert "Paperman" einen hübschen, filmreif gestalteten Hinterhof. Was er findet, macht er sich zu eigen: ein Skateboard, einen Plattenspieler, eine Gitarre, ein Mikrofon, eine Discokugel und einen Super-8-Projektor samt Filmrollen. Durch seine Neugierde, sein naives Erforschen der Dinge, gerät er in brenzlige Situationen, und als er seine Puppenspieler erstmals erkennt, rebelliert er heftig. Das Figurentheater entstand nach einer Idee von Richard Panzenböck, Platons Höhlengleichnis mittels analogem Live-Motion-Theater darzustellen. Regisseur Simon Meusburger setzt die Story in lässige Stummfilm-Atmosphäre -mit aufgespannten Wäschestücken als Projektionsfläche, Swing-Musik, Schattenspielen, pinkelndem Hund und cooler Unterwasser-Albtraum-Szene.

Schubert-Theater, Mi, Do 19.30


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige