Phettbergs Predigtdienst

Das sind verschiedene Preiskategorien


Hermes Phettberg
Kolumnen | aus FALTER 37/16 vom 14.09.2016

In der Nacht von vorgestern auf gestern träumte ich, dass mich der Wiener Bürgermeister als Angestellten im Wiener Rathaus einschult. Michael Häupl legte aber im Traum darauf Wert, mit der Füllfeder zu schreiben. Und ich hatte in der Tat alle Buchstaben schön mit der Hand geschrieben, alle Buchstaben schauten gestochen schön gemalt aus! Ich war ganz stolz, wie schön sie mir gelungen sind!

Das größte Ereignis aber war, dass sich vorgestern ein Autor der Zeitung Augustin bereit fand, mich mit dem Rollstuhl gestern zu Fuß von der Mariahilfer Straße ins Künstlerhaus-Kino zu rollen, um dort "Brüder der Nacht" anzuschauen! Es sind pubertierende Sechzehnjährige, schöne junge Herren mit Lederjacke, die sich in einem Wiener Billard-Café als Stricher verdingen. Der Regisseur Patric Chiha dürfte so das Herz der jungen Männer, die daheim in Bulgarien Weib und Kind haben und, um Geld zu verdienen, nach Wien in der EU-Kollegenstadt auf den Strich gehen, gewonnen haben.

Was für ein wertvolles Dokument des Jahres 2016, wo allüberall Religionskrieg auszubrechen droht. Ich versteh ja kein Wort Bulgarisch, und die deutsche Untertitelung fliegt mir blitzartig aus meinem Auge weg. Martin saß neben mir und flüsterte mir die spannendsten Stichworte zu. (Zum Beispiel: Ein Kunde wollte, dass ihm der Stricher in den Mund uriniert, ein anderer will, dass ihm der Stricher in den Mund hineinonaniert. Das sind verschiedene Preiskategorien. Alles unerreichbar! Denn die Augen der Stricher werden dir total herzinnig zugewandt werden, je mehr Budget du hättest. Denn sie sorgen für Frau und Kinder in Bulgarien.) Es waren berauschende seelische Minuten in "Brüder der Nacht"! Solange ich lebe, werde ich jeden 30. April jeden Jahres ins Chinatown abendessen gehen, um dort eine "Hochschule für Pornografie und Prostitution" zu erhoffen. Die jungen schönen bulgarischen Männer werden Pioniere werden in der "Hochschule für Pornografie und Prostitution"!

Genosse Jesus Christus ist sicher mit mir einer Meinung, dass die "Erlösung" der in sexueller Not sich befindlichen Menschen durch Pornografie und Prostitution als große soziale Hilfe erkannt werden wird.


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