Die wachsende Sehnsucht nach dem starken Mann

Der Wahlforscher Christoph Hofinger über zerfallende Kuverts, die Rechnungen der Verfassungsrichter und seine erschreckenden Umfragen zur Erosion der Demokratie

GESPRÄCH: FLORIAN KLENK, BARBARA TÓTH FOTO: KATHARINA GOSSOW | Politik | aus FALTER 37/16 vom 14.09.2016

Hat der Verfassungsgerichtshof richtig gerechnet? Hat er vor allem damit gerechnet, was nach seinem Erkenntnis passieren wird? Christoph Hofinger, 49, ist derzeit Österreichs wichtigster Wahlforscher. Er leitet gemeinsam mit Günther Ogris das Wiener Sora Institut, das für den ORF die Hochrechnungen erstellt. Hofinger ist aber nicht nur Wahlforscher, sondern erstellt auch empirische Befunde über Österreichs Demokratie. Ein Gespräch über das Wahlschlamassel und die Sehnsucht nach dem Führer.

Falter: Herr Hofinger, die Bundesregierung wird die Wahl verschieben, weil die Kuverts nicht richtig kleben. Ist das eine vernünftige Entscheidung?

Christoph Hofinger: Selbst wenn es nur Einzelfälle zerfallender Briefwahlkuverts gäbe, wäre bereits eine Verschiebung ernsthaft zu überlegen: Denn die Betroffenen wissen, dass ihre Stimme nicht zählt, und bei allen anderen stellt sich die quälende Frage: Hat mein Kuvert bis zur Auszählung gehalten? Da offenbar zahlreiche Kuverts betroffen sind,

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