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Messetaumel: Menschenbad in der Art-Crowd

Lexikon | NS | aus FALTER 37/16 vom 14.09.2016

Nachdem die Kunstmesse Viennacontemporary im Vorjahr die Messe Wien beim Prater als Austragungsort verlassen hat, feierte sie ihr Debüt in der Marx Halle. Nicht nur dem Wiener Publikum, auch den aus dem Ausland angereisten Galeristen und Sammlern gefiel die 1877 als Schlachthaus und Viehmarkt errichtete Schmiedeeisenkonstruktion. So öffnet viennacontemporary dort wieder von 22. bis 25. September ihre Pforten. Dem Schwerpunkt auf Ost-und Südosteuropa bleiben die Veranstalter treu - dieses Jahr werden Galerien aus Ex-Jugoslawien und Albanien in einer Sonderschau gezeigt -, aber erstmals richtet sich der Blick auch gen Norden. In der Sektion "Nordic Highlights" stellen Galeristen aus Dänemark und Schweden aus. Neben den österreichischen Einzelpositionen, die in der "Zone1" zu sehen sind, werden in dem Format Solo Expanded auch ausländische Galerien ihren Künstlern ein Special widmen können.

Wer die junge Wiener Szene sucht und Menschenmassen und trashiges Ambiente nicht scheut, der pilgert bereits am Dienstag Abend zur alternativen Messe Parallel Vienna in der Alten Post. Letztes Jahr wurden 13.000 Besucher gezählt; gefühlte 10.000 waren am ersten Abend da. Aber in den Bürofluchten der ehemaligen Postlerzentrale war Platz für den Ansturm. Heuer wird er vielleicht noch größer sein, zeigt doch die Künstlergruppe Gelitin ihre Performance "Human Elevator", bei der Bodybuilder eine Art Lift bilden. Heuer werden zehn Kuratoren aus dem Ausland eigene Räume bespielen, und die Fotografin Elfie Semotan hat gemeinsam mit Parallel-Macher Stefan Bidner eine Sonderschau mit zeitgenössischen fotografischen Positionen gestaltet. Für beide Events gilt: Wer das Bad in der Menge scheut, kann später von den Talks der Begleitprogramme profitieren.

Marx Halle, 22. bis 25.9. Alte Post, 20. bis 25.9.


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