Erscheinungen Personen, Trends, Kampagnen

Geflüchtete Journalisten machen Fernsehen

ENTDECKUNG: TOBIAS HOLUB | Medien | aus FALTER 37/16 vom 14.09.2016

Journalisten gehören oft zu den Ersten, die in autoritären Regimen verfolgt werden. Wenn sie fliehen, lassen sie, die mit Sprache arbeiten, nicht nur ihre Heimat hinter sich, sondern oft auch für immer ihren Beruf

Refugee.tv soll diesen Journalisten eine Plattform geben. David Groß, österreichischer Filmemacher, hat das Projekt vor einem Jahr in Salzburg gestartet. Mittlerweile gibt es auch Teams in Wien oder München. Ob syrische Nachrichtensprecherin oder nigerianischer Kameramann -es sind verschiedene Nationalitäten und Professionen vertreten. Das Medienprojekt widmet sich Themen, die aus der Perspektive der Flüchtlinge relevant erscheinen - von der Frage, wie sich Grenzschließungen auswirken, bis hin zur Reaktion von Flüchtlingen auf einen Krampuslauf. Gesendet wird auf Deutsch, Englisch oder Arabisch -mit englischen Untertiteln.

Die Beiträge strahlen die freien Fernsehsender FS1 in Salzburg und Okto TV in Wien aus, zudem sind sie auf einem eigenen Youtube- Kanal abrufbar. Neue Folgen werden in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht, Werbung gibt es dafür keine. Finanziert wird die Projektarbeit durch Crowdfunding und Förderungen von Stadt und Land Salzburg. Im Rahmen der Wienwoche richtet sich Refugee.tv in der Ottakringer Flüchtlingsunterkunft Haus Liebhartstal in der Thaliastraße 157 ein. Dort können Besucher am Samstag (17.9., 10-18 Uhr) das Team treffen und bei einem Workshop selbst TV-Beiträge gestalten. Die fertigen Filme werden dann am Sonntag darauf (18.9., 16-18 Uhr) gezeigt, zusammen mit langfristigen Projekten, etwa einer Reportage vom Europäischen Forum Alpbach. Zum Schluss gibt's eine Party.


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