Nick Caves neues Album: Leise Intensität nach der privaten Tragödie

MUSIKKRITIK: GERHARD STÖGER | Feuilleton | aus FALTER 37/16 vom 14.09.2016

Wäre es pietätlos, das Cover des neuen Nick-Cave-Albums - minimalistische grüne Teletextschrift auf Hochglanzschwarz -hässlich zu finden? Warum kostet die Kinokarte zur begleitenden Filmdokumentation 13 Euro? Kann aus Verzweiflung künstlerische Schönheit erwachsen, oder ist das eine kitschige Projektion? Und nach welchen Kriterien bewertet man dieses Album überhaupt?

Aber der Reihe nach: 2013 veröffentlichte der im englischen Brighton lebende australische Wüterich und Balladensänger Nick Cave, 58, mit "Push the Sky Away" ein Meisterwerk. Zwei Jahre später waren die Lieder für den Nachfolger geschrieben, seine Band stand im Studio bereit, und der Filmemacher Andrew Dominik sollte die Aufnahme dokumentieren. Dann geschah die größte Tragödie, die einem Vater zustoßen kann: Caves 15-jähriger Sohn stürzte nach einem LSD-Experiment in den Tod.

Die Aufnahme von "Skeleton Tree" ging weiter, auch der Film wurde gedreht. "One More Time with Feeling" lief am 8. September, dem Vortag

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