TV-Kolumne

Zeit am Schirm


BIRGIT WITTSTOCK
Medien | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Es war 1919, da flimmerte "Anders als die anderen" über die deutschen Kinoleinwände - ein Skandalfilm, der eine Kulturdebatte auslöste. Es war der erste Film, in dem es offen um Homosexualität ging. Bis Schwule und Lesben dann tatsächlich im heteronormativen Mainstream-Kino mitspielen durften, sollte es trotzdem noch gute 60 Jahre dauern.

An das Thema Transgender hingegen traute man sich erst gar nicht heran - abgesehen von ein paar wenigen Ausreißern. Dann aber stieg Hollywood voll und quasi gleich zur Primetime ein: Während Caitlyn Jenners Doku-Soap "I Am Cait" auf E! krampfhaft versucht, hinter die First World Problems der Protagonistin zu schauen, gelingt genau das der Amazon-Prime-Serie "Transparent"(Kombi aus "transgender" und "parent") mit Witz, Tiefe und Leichtigkeit. Es mag zwar ein bissl gar dick aufgetragen sein, dass das Coming-out von Transfrau Maura die Geschlechteridentität gleich beider erwachsenen Töchter erschüttert, andererseits -die Grenzen sind halt fließend. Am 23. September hat die Warterei auf Staffel drei endlich ein Ende.


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