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ORF: Wrabetz hat sein Team beisammen

Medien | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Bei der Auswahl seines Teams sei er so frei wie noch nie, sagte Alexander Wrabetz nach seiner Wiederwahl als ORF-Chef im August. Schließlich habe er seinen Wählern - den politisch besetzten ORF-Stiftungsräten - im Vorfeld keine Personalwünsche versprochen.

Nun steht Wrabetz' Team fest. Kathrin Zechner bleibt Programmdirektorin, Michael Götzhaber bleibt Technikdirektor, FM4-Chefin Monika Eigensperger wird Radiodirektorin, Finanzdirektor wird der parteilose Andreas Nadler. Nadler gilt im ORF als kompetent, war allerdings auch in der Causa rund um mögliche ORF-Scheinselbstständige involviert (der Falter berichtete, im Netz: http://bit.ly/orf_lid). Er ersetzt den kaufmännischen Direktor Richard Grasl, der beim ORF-Chef in Ungnade fiel, da er bei der ORF-Wahl als ÖVP-Kandidat gegen diesen antrat. Dass die ÖVP keine Kandidaten durchsetzen konnte, betrachtet sie als boshaften Affront.

Der ORF-Redakteursrat, der für die politische Unabhängigkeit des ORF kämpft, begrüßt hingegen die Wahl von Zechner, Eigensperger und Nadler (Götzhaber galt als Wunschkandidat der Stiftungsräte des Betriebsrats). Er kritisiert allerdings öffentlich, dass die Direktoren der Landesstudios auf politischen Druck der Landeshauptleute bestellt wurden.


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