Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Pop

Andrea Schroeder: Void

Eine Chansonfassung der deutschen Version des alten David-Bowie-Übersongs "Heroes" half Andrea Schroeder 2014 heraus aus der Geheimtippecke. Album Nummer drei unterstreicht nun den Status der Berlinerin als Deutschlands derzeit verführerischste dunkle Stimme. Bei aller Kontrolliertheit des unterkühlten Vortrags zeigt sich nun aber auch eine gewisse Angriffslust, neben Balladeskem in der Geschmacksrichtung "noir" hat zusehends mehr Rock der Nick-Cave-Schule Platz. (Glitterhouse) GS

Live: 30.11., Theater Akzent

Pop

Hannah Epperson: Upsweep

Auf ihrem kurzweiligen Debüt singt die in Brooklyn lebende Kanadierin nur fünf Songs, aber jeweils in zwei völlig verschiedenen Fassungen. Die erste Hälfte gehört leicht vertracktem Indiepop mit Eigenbau-Beats, die sich an den Timbaland-R'n'B der frühen Missy-Elliott-Ära anlehnen. In der zweiten ist der Groove weg und Epperson, deren Hauptinstrument die Geige ist, präsentiert die Stücke in intimen Arrangements zwischen Neo-Klassik und Folk. Man erkennt sie da kaum wieder. (Listenrecords) SF

Live: 1.10., Waves Festival

Klassik

Kristian Bezuidenhout: Mozart

Kristian Bezuidenhout und Mozart, das ist eine glückliche Verbindung. Seit sechs Jahren arbeitet der Südafrikaner, der sich selbst als "Mozart-Besessener" bezeichnet, schon an der Einspielung des gesamten Mozart'schen Klavierwerks. Gemeinsam mit dem Freiburger Barockorchester gibt es diesmal die Klavierkonzerte Nr. 11, 12 und 13, gespielt auf einem (exzellenten) Hammerflügel. Das hat Biss, klingt frisch und knackig und macht Lust auf mehr. Gut, dass Mozart beim Schreiben so fleißig war. (HM)

MDA


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