Atemlos im Unruhestand

Marlene Streeruwitz erzählt in ihrem neuen Roman "Yseut" mit durchgedrücktem Gaspedal ein verwirrendes Frauenleben

REZENSION: SEBASTIAN FASTHUBER | Feuilleton | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Der neue Roman von Marlene Streeruwitz erlaubt einige Lektüremöglichkeiten. Man kann ihn als Frauenbiografie lesen, als zeitgeschichtlichen Roman über die letzten 60 Jahre sowie als einen Text über aktuelle, bedenkliche Entwicklungen in Europa. Von Fahrschulen könnte er als Anschauungsmaterial, wie man sich im Straßenverkehr nicht verhalten sollte, herangezogen werden.

Die Heldin hat nicht nur einen Hang zu überhöhter Geschwindigkeit, sie vollzieht auch gern riskante U-Turns und begeht, wenn es wirklich brenzlig wird, mit pochendem Herzen Fahrerflucht. Wenn sie ins Auto steigt, spürt Yseut Ysabella Lucas sich so richtig.

Speed ist Programm, Streeruwitz steigt in ihrem neuen Roman mächtig aufs Gas. Ihre Protagonistin hat ein paar Ehen hinter sich und ein Kind allein großgezogen. Nun befindet sie sich in dem Lebensabschnitt, in dem überkommenen Vorstellungen zufolge langsam Ruhe einkehren sollte.

Der natürliche Modus von Yseut (eine Form von Isolde, "Üsütt" ausgesprochen) freilich

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