Schlingensiefs flexibler Schwager

Martin Laberenz inszeniert am Burgtheater Goethes "Torquato Tasso". Bisher war dem Theatermacher kein Klassiker heilig


PORTRÄT: MARTIN PESL
Feuilleton | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Mit starren Konzepten kann Martin Laberenz nichts anfangen. "Ich habe zwar vor dem Proben eine ungefähre Vorstellung, wie der Abend aussehen soll, aber die ist dann schnell obsolet", sagt der 34-jährige Regisseur. "Immer wenn ich versucht habe, ein Konzept umzusetzen, ist es gescheitert, weil das Ergebnis blutarm und ausgedacht daherkam."

Karin Bergmann legte Laberenz Johann Wolfgang von Goethes klassisches Künstlerdrama "Torquato Tasso" in die Hände. Nach einer eher gefälligen Spielzeit 2015/16 kann die Burg-Direktorin so womöglich zeigen, dass sie auch Provokation und Konfrontation mit dem Abo-Publikum nicht scheut. Sein "Faible für volkstheaterhafte Elemente" wie Slapstick und Körperkomik gesteht Laberenz offen ein. In einer Kafka-Inszenierung stellte er ein Penispiano auf die Bühne, in Molières "Der Geizige" ließ er den knausrigen Helden sein Geld im Schlamm vergraben.

Über die aktuelle Vorlage spricht Laberenz mit großem Ernst: "Der Dichter, der sich in abstrakteren Regionen

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