Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Gerechtigkeit für Christian Kern! Wie es einem geht, der Gerechtigkeit fordert

Falter & Meinung | VON ARMIN THURNHER | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Redet man mit Menschen in politischen Ämtern, kommt einem heute die Klage über die digitalisierte Vernunft früher entgegen, früher war es die Klage über den Boulevard, gern vorgetragen von Leuten, die ihn mit Inseraten finanzierten. Inhalt der Klage: Wir kommen mit unseren Erzählungen nicht mehr durch.

Statt bedauernd zu nicken, sollte man antworten: Dann versucht vielleicht einmal, etwas zu erzählen. Versucht eure Politik zu erklären, statt euch vorauseilend an jene Mechanismen anzupassen, die euch aushebeln und disrupten. Schreibt längere Sätze, wagt es, eine Periode mit mehr als zwei Halbsätzen zu bauen, fordert euer Publikum, statt es zu unterfordern.

Das beinhaltet ein gewisses Risiko. Traut man sich, mit einem schönen Stück rohen Fleischs in der Hand durch ein Hyänenrudel zu spazieren? Traut man sich nicht, muss man mit Hyänengesängen leben, deren Refrain lautet: Where is the beef? Traut man sich, wird man vielleicht zerfleischt. Oder respektiert.

Politische Themensetzung


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