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Falter & Meinung | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Ein Zeitungsjournalist arbeitet ein bisschen wie ein Tischler. Man nimmt ein großes Trumm in die Hand, hält es gegen das Licht und prüft, ob's zur Verarbeitung taugt. Man skizziert, zeichnet und plant. Man hobelt das Material und zerteilt es, bringt die Stücke in Form und setzt sie wieder zusammen. Schließlich: schleifen, feilen, bürsten. Hält man sein Werk nach getaner Arbeit in Händen, gefertigt aus totem Baum, denkt man sich: Hat sich die Mühe gelohnt? Können Menschen damit etwas anfangen? Hat es eine Seele da draußen berührt, bewegt oder bereichert?

Die erste Seite, die Falter-Journalisten deshalb aufschlagen, wenn sie das wöchentliche Gesamtwerk des Betriebs in Händen halten, ist die Seite 4 im Heft. Dort schreiben Menschen wie Angelika Pichler aus der Leopoldstadt und Nicole und Stéphane Hörner aus Atzenbrugg. Oder Otto Fessl aus Eichgraben, Peter Jürß aus Ottakring oder Olaf Arne Jürgenssen aus Abersee. Sie reagieren auf das, was wir gefertigt haben.

Behutsam nehmen die Chefinnen vom Dienst, Isa Grossmann, Anna Goldenberg und Marianne Schreck, die gefertigten Stücke unserer Leserinnen und Leser entgegen und trimmen sie auf die passende Länge, damit sie sich in unser Gesamtwerk fügen.

In Zeiten, in denen Menschen schnell etwas im Netz dahinmeinen, nehmen sich unsere Leserbriefschreiber Zeit für Briefpapier oder E-Mail -und argumentieren. Sie kritisieren und loben uns, sie führen Debatten weiter, unterstreichen unsere Argumente oder stellen sie infrage. Man sagt es ja viel zu selten, aber: vielen Dank dafür!


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