Schlägertrupp oder Sozialarbeiter?

Seit einem halben Jahr ist der türkische Boxclub Osmanen Germania in Wien aktiv. Schenkt man den Gerüchten Glauben, stellen sie eine schlimme Bedrohung dar. Was wollen diese Männer wirklich?

Stadtleben | BEGEGNUNG: LUKAS MATZINGER | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Wenn es stimmt, was in den Zeitungen steht, bekommt Wien in den kommenden Monaten ein echtes Problem. Ein gewaltbereiter, nationalistischer Türken-Rocker-Club aus Deutschland habe sich hier breitgemacht, war im August in vielen Blättern zu lesen. Sie nennen sich "Osmanen Germania", benehmen sich wie zwielichtige Motorradclubs und wollen bei der organisierten Kriminalität der Stadt mitnaschen. Rund um ihr Vereinslokal in Favoriten könne man schon vereinzelt angsteinflößende Türstehertypen in schwarzen Kutten sehen.

Im Standard werden sie als "militanter Schlägertrupp" angekündigt, den der Politologe und Türkei-Experte Thomas Schmidinger als "Burschenschaft" des türkischen nationalreligiösen Milieus beschreibt -"mit klaren Feindbildern: Kurden, Aleviten, Armenier, Juden". Die Zeitung Heute fürchtet, dass mit ihnen der deutsche "Rocker-Krieg" mit den berüchtigten Hells Angels importiert würde. Andere erwarten, dass innertürkische Konflikte auf Wiens Straßen ausgetragen werden


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