Menschen

Ein Buch, sie zu knechten

Falters Zoo | FLORIAN KLENK LUKAS MATZINGER ARMIN THURNHER | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Wenn die Schriftstellerin Doris Knecht und der Czernin Verlag ins schicke Espresso in der Burggasse laden und dort den Bachmannpreisträger Tex Rubinowitz seine smoothe Single-Schallplattensammlung auflegen lassen, dann ist das ein schönes Signal: ein Buch ist wieder einmal fertig geworden - und zwar ein Buch mit den Falter-Kolumnen von Doris Knecht. "Langsam, langsam, nicht so schnell!" heißt es und handelt vom "Leben unter Teenagern". Falter-Leser kennen die Teenager, die Knecht früher die "Mimis" nannte. Sie waren auch zugegen, sind mittlerweile (fast) erwachsen und ziemlich gut erzogen. Knecht hat also vieles richtig gemacht. Und deshalb haben ihr nicht nur die engsten Freunde und liebe Kollegen (Schauplatz-Chefin Heidi Lackner, Profil-IPO-Chefin Eva Linsinger, Standard-Redakteurin Mia Eidlhuber) und viele andere mehr die Aufwartung gemacht.

Vor dem Rathaus steht ein großes Zelt, aber keine Angst, Heinz-Christian Strache, es gehört nicht Kara Mustafa, sondern dem ehemaligen Profil-Artdirektor Bernhard Paul, der seit 40 Jahren den Circus Roncalli betreibt. Hier werden keine Löwen durch den Sand gejagt, sondern hier wird die hohe Kunst der Clownerie und der Artistik gepflegt. Mehr als drei Stunden dauerte die Galapremiere, das Wiener Publikum dankte mit Standing Ovations.

Sie saßen da und sahen aus wie ein Brautpaar; Königin und König der Wiener Nacht. Marianne Kohn, hantige und legendäre Chefin der Loosbar, und Michael Satke, Gründer der Reiss-Bar, des Roten Engel, Mitgründer des Magazins Wiener und Initiator zahlreicher stadtverbessernder Spektakel, erhielten von Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien. Verdient. Herr Hermes pries Kohn sehr launig, Armin Thurnher lobte Michael Satke eher ernst, aber der Wappensaal war voll wie selten und die Stimmung für eine Ehrung geradezu exzessiv. Ex-Politikerinnen Grete Laska und Ursula Pasterk, Stadthallenchef Wolfgang Fischer, KHM-Direktorin Sabine Haag, Ottakringer-Vorstand Sigi Menz, Motto-Chef Bernd Schlacher, Gregor Eichinger, Hubsi Kramar, Ossi Schellmann, Erich Schleyer, Erich Joham und viele andere gratulierten. Und das an einem Mittwochvormittag.

Wenn Motorroller-Modelle von Vespa und Lambretta das Grätzel um die Wiener Stadthalle für einen Abend verstellen, kann das nur einen Grund haben: Die Säulenheiligen des Mod-Kults The Who sind in der Stadt. Zu ihrem Band-50er gönnten sich die alten Lauser noch einmal eine Welttournee und spielten in Wien zwischen bekannten CSI-Titelliedern ("Who Are You?"- Vegas, "Baba O'Riley" - New York und "Won't Get Fooled Again" - Miami) 18 Lieder vom bekannten Who-Fleisch. Das Konzert war jetzt nicht gerade ein Life-Changer, aber ein bisschen Kraft ist ihnen geblieben. Roger Daltrey singt passabel, der Sohn von Ringo Starr, Zak Starkey, trommelt gut. Sonst ist Pete Townshend immer noch ein Kauz und macht immer noch die Windmühle beim Gitarrespielen. Die Stadthalle war fast voll. Es besteht kein großer Zweifel daran, dass das ihre letzte Tour war.


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