Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Sensations

Kolumnen | Heidi List | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Damenundherren, liebe Schweinigln, wir können in nächster Zeit im geschützten Rahmen des Deckmantels Kultur Sexfilme anschauen. Das Filmarchiv Austria hat sich da was Cooles ausgedacht, wie ich finde. Bis 19. Oktober zeigt man unter dem Titel "Porn Sensations" im Wiener Metro Kinokulturhaus mit ausgewählten Filmen die Entwicklung des Pornos von den Anfängen des Filmemachens bis heute. Beginnend mit den damals anonym produzierten "Stag Films" der 1920er-Jahre, das sind Stummfilme mit explizitem Content, wie man so schön sagt, die nur im Verborgenen oder in "Herrenhäusern" gezeigt werden konnten, bis zu dem Versuch feministischer Pornofilme, den "Dirty Diaries", gestaltet nur von Frauen, die den Anspruch hatten, sich filmisch vorrangig der Darstellung der weiblichen Lust zu widmen. Oder den Schulmädchensexfilm "Une vraie jeune fille", der 1976 verboten wurde und erst 1999 (!) seine Premiere hatte. Man versucht die Gratwanderung zwischen Pornofilm und Kunstfilm zu schaffen. Hier geht es also nicht nur um Geilheit, sondern auch um Ästethik. Aber schon auch um Geilheit. Daher: Einlass erst ab 18 Jahren!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige