Am Apparat Telefonkolumne

Wieso verbrauchen wir immer weniger Wasser, Herr Kling?


ANRUF: NINA BRNADA
Politik | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Wiens Bevölkerung wächst. Trotzdem bleibt der Wasserverbrauch in Summe gleich. Waren es vor 20 Jahren täglich noch 150 Liter pro Kopf und Tag, sind es heute nur noch 130 Liter. Walter Kling von der zuständigen MA 31 erklärt, wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist.

Herr Kling, wieso verbrauchen die Wiener heute weniger Wasser?

Das ist vor allem auf bessere technische Geräte zurückzuführen. Wassersparende Duschköpfe gab es auch schon in den 80er-Jahren zu kaufen. Damals waren sie teuer und nicht besonders gut. Heute sind sie effizient und Standard. So ist es mit vielen anderen Geräten, Waschmaschinen und Geschirrspülern etwa. Die Ausstattung der Haushalte verändert sich aber nicht über Nacht, so etwas dauert Jahrzehnte. Viele kaufen sich ein neueres Gerät, wenn sie renovieren, umziehen oder die alte Maschine kaputt wird.

Wenn man aber ein altes Gerät hat, das zwar noch funktioniert, aber dem neuesten Stand nicht ganz entspricht - sollte man dann dieses im Hinblick auf den geringeren Wasserverbrauch durch ein neues, effizienteres ersetzen? Wäre das im Sinn eines kleineren ökologischen Fußabdrucks?

Wir von der MA 31 geben keine Empfehlungen, welche Geräte man verwenden soll. Unsere Erfahrung ist aber, dass für die meisten Menschen beim Kauf von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen nicht der Wasserverbrauch von Bedeutung ist. In den meisten Fällen wird die Kaufentscheidung von den Energiekosten bestimmt, auch weil Energie mehr kostet als Wasser.

Gibt es andere Faktoren, die zur Reduktion des Wasserverbrauchs geführt haben?

Einerseits haben viele Menschen verstanden, dass Wasser ein kostbares Gut ist. Andererseits aber ist auch der Kostenfaktor wesentlich, vor allem bei Einfamilienhäusern. Wer seinen Garten zu viel gießt, sieht das auf der Rechnung. Bei Mehrparteienhäusern ist dieses Bewusstsein nicht so stark ausgeprägt, weil die Betriebskosten nicht aufgeschlüsselt gelistet werden.


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