Augenblick

Wiener Momente

Stadtleben | TH | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Dort, wo der Währinger Gürtel die gleichnamige Straße kreuzt, steht ein Würstelstand. Darin in einer warmen Freitagnacht zwei Männer, einer jung, der andere etwas älter. Ersterer scheint sein Handwerk gerade zu lernen, beim Wenden geht ihm eine Debreziner zu Bruch. Sein Lehrmeister schaut ihm streng über die Schulter. "Eine Bosna ohne Zwiebeln", tönt es aus der Nacht heraus. Der Anfänger macht sich an die Zubereitung. Erst als er beginnt, das Produkt einzuwickeln, meldet sich der Kunde wieder: "Ned einpacken, zum Gleich-Essen.""Alufolie gibt's trotzdem, sonst pickt die Serviette am Brot", erwidert der Würsteladept. Sie tauschen Wurst gegen Geld, der junge Verkäufer zählt nach und streckt seinem Gegenüber eine 20-Cent-Münze entgegen : "Das war zu viel." Der Kunde schüttelt den Kopf und verschwindet in die Dunkelheit. Der junge Mann widmet sich wieder dem Würsteldrehen.


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