Pilgerstätten des guten Gewissens

Faires Reisen boomt, ebenso die Zahl der Gütesiegel. Dabei wird Nachhaltigkeit sehr unterschiedlich interpretiert. Ein kleines Salzburger Reisebüro zeigt, dass Fairness nicht notgedrungen ein Zertifikat braucht

CHECK-IN: BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Es ist ein unsichtbarer Graben, der sich durch die westliche Gesellschaft zieht: Auf der einen Seite stehen die Alternativen, die Hipster, Foodies, Veganer und Aktivistinnen, die selbstverständlich fair gehandelte Bio-Nahrungsmittel verkochen, sich in fair produzierte Kleidung hüllen und über faire Telefone plaudern. Auf der anderen stehen die, für die "Hauptsache billig" gilt. Die beim Discounter Schnäppchen jagen, bei Textilkonzernen einkaufen, die ihre Arbeiter in Sweatshops ausbeuten und den Last-Minute-Flug ins All-inclusive-Urlauberghetto nehmen. Der Graben teilt also die, die sich mehr Gerechtigkeit leisten können und wollen, von jenen, für die sie unerschwinglicher Luxus ist oder die gar nicht genauer hinschauen wollen.

Seit rund fünf Jahren hat eine Branche den bewussten Lebensstil zum Konzept erhoben, die einem vielleicht nicht unbedingt als Erstes einfiele, wenn man an Nachhaltigkeit denkt -an der man aber eigentlich nicht vorbeikommt, meint man es ernst: die Tourismusbranche.


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