Sport Glosse

Der alte Franz hat das Match gegen die Übermacht der Intellektuellen verloren

Stadtleben | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Die Lichtgestalt Franz Beckenbauer erinnert mich an eine alte Glühbirne. Sie zuckt ein paar Mal, bevor sie ausgeht. Wie in einem Horrorfilm, bevor der mit der Enterhakenhand um die Ecke kommt. Es geht um eine merkwürdige Zahlung im Zusammenhang mit der WM 2006 in Deutschland, diesmal 5,5 Millionen Euro.

Die WM nannten sie Sommermärchen und drehten einen einfältigen Film über den Weg des deutschen Teams ins Semifinale. Der ewige Sommer Franz Beckenbauers geht zu Ende.

Herbst. Die Bayern treiben die deutsche Bundesliga in die Langeweile, die Champions League verwandelt sich in einen Zigarrenclub der Fetten. RB Salzburgs Hoffnung auf eine große Zukunft ist nach Leipzig übersiedelt, wo sie eine Art Fußballverein betreiben. Die gute alte Zeit hat sich in TV-Serien ("Stranger Things") zurückgezogen. Auf Youtube gibt's ein Interview mit dem Kaiser (* 1945), als er noch spielte. In Deutschland, sagt er, "glauben viele Eltern, ihre Kinder müssten studieren, womöglich noch Medizin". Dadurch würden "die handwerklichen Berufe vernachlässigt". Und daher laufe es wirtschaftlich nicht so gut, "wie man sich das vorstellt". Er konnte das Spiel lesen, das muss man ihm lassen.


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