KARDINALFRAGEN

Eine fragwürdige Predigt, ein ungewöhnliches Zeitungsinterview, ein von ihm organisiertes Treffen zwischen Papst Franziskus und Viktor Orbán. Wie steht Christoph Kardinal Schönborn zu muslimischen Flüchtlingen?

Politik | BERICHT: NINA BRNADA | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Es war ihr anachronistischer Sinn für Historie, der die katholische Kirche und die FPÖ dieser Tage verband. Beide begingen den 333. Jahrestag des Endes der Zweiten Türkenbelagerung Wiens -die Freiheitlichen oben auf dem Kahlenberg, die Kirche unten in der Stadt im Stephansdom.

"Wird es jetzt einen dritten Versuch einer islamischen Eroberung Europas geben? Viele Muslime denken und wünschen sich das und sagen: Dieses Europa ist am Ende." Das waren nicht die Worte von Heinz-Christian Strache, sondern jene von Kardinal Christoph Schönborn, dem höchsten katholischen Würdenträger Österreichs.

Die Zeiten sind vorbei, in denen die Kirche aktiv Politik betrieb. Trotzdem hat das Wort des Kardinals -Oberhaupt der größten Religionsgemeinschaft des Landes -Gewicht, nicht nur, weil es immer noch trotz Kirchenaustritten eine Art moralischen Kompass darstellt. Die Kirche ist auch ein wichtiger Faktor bei sozialpolitischen Themen, etwa durch die katholische Caritas. Und auch in der Frage der Flüchtlinge,


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