Festival Tipp

Humanities Festival nun erstmals in Wien

Lexikon | NINA BRNADA | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Der Wiener Karlsplatz gilt als einer der unmöglichsten Orte der Stadt. Er ist mehr Gegend als Platz. Kommendes Wochenende soll der östliche Teil dieses Areals aber zu einer Arena des Gedankenaustauschs werden, eine Art "urbaner Salon". Zumindest ist das die Absicht des Wien Museums und des Institut für die Wissenschaften vom Menschen. Heuer veranstalten diese beiden wichtigen Wiener Institutionen gemeinsam das erste "Vienna Humanities Festival".

Das Programm ist dicht, von Freitag bis Sonntag sollen rund 40 Gespräche, Vorträge und Diskussionen an Orten wie der Karlskirche, dem Brut oder der Technischen Universität stattfinden. Das Motto des Festivals lautet "Andernorts/Out of Place". Dabei soll es aber nicht nur um die aktuelle Flüchtlingskrise gehen, sondern auch um die "Bewegung von Menschen, Dingen und Ideen als ein Fundament der Kulturgeschichte," wie es in der Ankündigung heißt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind Philosophinnen wie die Ungarin Ágnes Heller, ebenso der aus dem Kongo stammende Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila, der Anthropologe Arjun Appadurai oder Gerald Knaus, der Obmann des Think Tanks Europäischen Stabilitäts Initiative. Aus seiner Feder etwa stammt der Deal, den die EU mit der Türkei in der Flüchtlingsfrage abgeschlossen hatte und der zu geringere Flüchtlingszahlen führte. Zudem wird der Populismusforscher Jan-Werner Müller von der Princeton University sein neuestes Buch vorstellen.

Die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe kommt von Matti Bunzl. Seit Oktober 2015 ist er Direktor des Wien Museums, zuvor war er von 2010 bis 2014 Intendant des "Chricago Humanities Festival" und kennt das Format deshalb sehr gut. Nun hat er es nach Wien geholt. Der Eintritt ist frei.

Diverse Orte, Fr-So


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