Pressekolumne

Wie gedruckt

Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Warum sexistischen Scheiß nur in Worten ausdrücken, wenn man ihn doch auch zeichnen kann? Keine Angst, die Kronen Zeitung verzichtet auf beides nicht. Hier wird der Sexismus in Wort und Schrift gepflegt. Was würde Chefbriefschreiber Michael Jeannée denn sonst tun? Der müsste doch glatt in Pension gehen. Weil er das noch immer nicht getan hat, schimpft er eben in seinem Brief an die "lieben Ärzte" vergangene Woche, die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely sei eine "schrillstimmig-geifernde" Person. Egal wie man zu Wehselys Gesundheitspolitik steht, eine Frau "schrillstimmig-geifernd" zu schimpfen ist Sexismus der billigsten Kategorie.

Aber es wäre nicht die Krone, ginge es nicht noch tiefer. Vergangenes Wochenende veröffentlichte das Kleinformat ein "Suchbild" mit fünf Fehlern. Darauf war eine Blondine im Bikini zu sehen, die vor Männern mit lüsternen Blicken auf eine Palme geflüchtet ist. Und die sich, umringt von diesen lechzenden Männern, nicht vom Baum heruntertraut. War nur ein Witz, hahaha. Die Krone beherrscht den Sexismus eben in Wort und Bild.


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