Landrand Ruralismus

Shit, jetzt müsst' ich echt dringend raus!

Landleben | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 38/16 vom 21.09.2016

Einmal noch vor dem Schlafengehen. Aber es ist so schwarz um die Hütte und so still. Kein Fuzerl Licht, nirgends. Nur Bäume und Schatten, Luftanhalten und der Wind. Weil's aber nix hilft, muss halt die Taschenlampe her und ab geht's.

Und man gewöhnt sich. Was hilft's, wenn das Kompostklo halt draußen ist. Mit den seinerzeitigen Plumpsklos, wo die Fliegen drüberschwärmten, übrigens kein Vergleich. Genauso wenig schadet es, dass die Hütte nur Kaltwasser hat. Und man gibt viel mehr Ruh' auf so einer Alm. Weil wenn's waschelt auf 1700 Metern, wie weit wirst da kommen? Was willst machen außer herumknotzen, nachheizen und Tee eingießen? Und so hell ist die Solarlampe auch wieder nicht, dass sie einen die halbe Nacht aufhielte. Strom sparen heißt's außerdem, eines Abends ist das Licht aber trotzdem aus. Die Sonne hat alles gegeben, mehr war nicht. Man tut ein bisschen mit Kerzen herum, aber auch nicht ewig.

Sogar die Spinnenphobie ist besser geworden. Aus Not. Denn natürlich wohnen im luftigen Klo Spinnen. Gut, die meisten waren Weberknechte, die gehen sowieso noch eher, aber trotzdem.


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