TEIL II: WILFRIED ALTZINGER

Reden wir über eine Schulpflicht für Vierjährige!

Wer kann studieren? Gilt das große Versprechen des sozialen Aufstiegs durch Bildung noch? Ökonom Wilfried Altzinger über eine Illusion - und wie man sie ändern kann

Stadtleben | Interview: Barbara Tóth | aus FALTER 39/16 vom 28.09.2016

Auf der neuen Wirtschaftsuniversität Wien fühlt man sich wie im Set einer US-amerikanischen High-School-Campus-Romanze. Es ist alles so perfekt, so geschniegelt, so aus einem Guss. Dazu passen die idyllischen Werbeplakate in der U-Bahn-Station, die für neu gebaute, servicierte Studentenappartements mit Blick ins Grüne werben. Das Institut für ökonomische Ungleichheit am Department für Ökonomie fällt aus dem Rahmen, hier wird über die Ursachen für Reichtum und Armut geforscht.

Falter: Herr Professor Altzinger, würden Sie einer Studienanfängerin raten, eine kleine Startwohnung auf Kredit zu finanzieren oder lieber etwas Günstiges zu mieten?

Wilfried Altzinger: Die Frage stellt sich doch gar nicht. Es ist erstens nahezu unmöglich, ohne Mitbringsel der Eltern heutzutage eine kleine Wohnung in Wien zu kaufen. Wer nicht 200.000 Euro oder mehr von zu Hause mitbekommt, hat keine Chance. Die, die dieses Privileg haben, sind sehr wenige. Zweitens glaube ich nicht, dass man ohne Vermögen


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