Bewegung im Stillstand

Wenn Avantgarde zur Pose wird: Das Grazer Festival Steirischer Herbst erstickt an seiner Performance-Rhetorik


Rundgang: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 39/16 vom 28.09.2016

Andacht und Komik sind Gegensätze, die in Kirchen und Museen nicht selten aufeinandertreffen. Am vergangenen Samstag, bei der Eröffnung des Steirischen Herbstes in Graz, erlebte das Publikum im Künstlerhaus ein Beispiel für das Kippen von Erhabenheit in Lächerlichkeit.

Das Künstlerduo Sarah Mendelsohn und Fred Schmidt-Arenales führte eine Performance auf, in der es um die Haltung Österreichs gegenüber Refugees ging. Die Künstlerin las einen englischen Text über die Flüchtlingstragödie vor, während der in eine Kutte gehüllte Kollege auf einem Segway durch den Raum düste. Die betroffene Stimme, dazu der schwankende Götterbote ergaben eine unfreiwillige Situationskomik, über die sogar ein Ministrant schmunzeln würde.

"Borders, Bowels" war Teil des Vernissagen- und Premierenreigens des Steirischen Herbstes, dem im 39. Jahr seines Bestehens eine Nachdenkpause gut tun würde. Noch in den 1990er-Jahren fuhren Künstler, Kuratoren und Kritiker nach Graz, um radikale Performancekunst,

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