Film Neu im Kino

Wiedersehen mit Dorie, Marlin und Nemo


Sabina Zeithammer
Lexikon | aus FALTER 39/16 vom 28.09.2016

Ein Jahr nach Nemos Rettung leben der kleine Clownfisch, sein Vater Marlin und ihre Freundin Dorie friedlich im Korallenriff, als die Paletten-Doktorfisch-Dame mit der Kurzzeitgedächtnisstörung plötzlich von Erinnerungen an ihre Familie durchzuckt wird. Sofort macht das Trio sich auf die Suche. Ziel ist das kalifornische Marine Life Institute, in dem Meerestiere gepflegt und menschlichen Besuchern präsentiert werden - und in dem Dorie (Ellen DeGeneres) als Kind ihre Eltern verlor.

Mit "Findet Dorie" greifen Andrew Stanton und Angus MacLane 13 Jahre nach "Findet Nemo" die gleichen Themen in veränderter Figurenkonstellation wieder auf: Familie, Freundschaft, Mut, Vertrauen und Selbstvertrauen. Während Baby-Dorie, deren Geschichte sich in Rückblenden durch den ganzen Film zieht, aus der Pixar-Animationsfilm-Abteilung "Cuteness Overload" und die Erzählung rund um ihre Eltern aus jener für Seufzer der Rührung zu stammen scheinen, wurde der Rest der Handlung vornehmlich der Action-Sektion überantwortet. Zweigeteilt wie "Findet Nemo" - im Gewimmel der verhaltensoriginellen, aber durchwegs wohlmeinenden Meeresbewohner des Instituts wird Dorie bald vom Vater-Sohn-Team getrennt - dominieren schnelle Schauplatzwechsel zu treibender Musik. So fliegen Nemo und Marlin per Entenexpress durch die Luft, durchquert Dorie mithilfe des Oktopus Hank das Institut in Kaffeekanne, Babytrinkflasche und Plastikbecher.

Unterhaltsam, witzig, großartig animiert und seit langem wieder einmal ein Augenschmaus von 3-D-Film ist das Sequel sehenswert, reicht aber an seinen Vorgänger nicht heran. Der viele Trubel und die breit ausgewalzte "Du bist toller, als du dachtest"-Message verdrängt die nuancierten Töne, die "Findet Nemo" so besonders liebenswert machten.

Ab Fr in den Kinos (OF-3D im Haydn)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige