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Westblock: Vitale Wiener Postpunk-Legende

GS | Lexikon | aus FALTER 39/16 vom 28.09.2016

Als Punk um 1980 zum Postpunk mutierte, gab es auch in Österreich eine höchst agile Szene zwischen Experiment und Tristesse. Vor allem Wiener Neustadt wurde da mit Bands wie X-Beliebig und Dämmerattacke einschlägig auffällig. Die Mitglieder von Westblock hatten zum Teil ebenfalls Wiener Neustädter Wurzeln. Mit einem Bein in der Hausbesetzerszene, mit dem anderen in der Kunstwelt zu Hause, haben sie es mit schroff-minimalistischen Liedern wie "Kennst du den Weg nach Heiligenstadt" zwar zu Legendenstatus, aber zu keinem Tonträger gebracht. Erst nach einer überzeugenden Live-Reunion 2010 ist zwei Jahre später das Album "Westblock CEDE" mit neuen Aufnahmen einst undokumentiert gebliebener alter Lieder erschienen.

Einer weiteren Pause folgt nun die Wiederveröffentlichung zweier alter Samplerbeiträge als Vinylsingle, "Heiligenstadt" sowie "Europa"; außerdem ist von der Arbeit an neuem Material die Rede. Ihr furioser Auftritt beim Popfest Ende Juli demonstrierte eindrucksvoll, dass die Band ihren alten Tugenden weiterhin treu bleibt: eigenwillig, angriffslustig, teils bis auf die Knochen abgenagt, zerfahren, trotzdem eingängig und streckenweise geradezu tanzbar.

Rhiz, Fr 23.00


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