Samtene, schamanistische und hochzeitliche Klangwelten aus dem hohen Norden

Lexikon | Vorgehört: Maria Motter | aus FALTER 39/16 vom 28.09.2016

Um Minimal Music geht es bei "Glatt &Verkehrt HerbstZeitlos 2016", und zwar von traditionellen Spielweisen bis hin zu elektronischer Musik und Remixen. Seit 20 Jahren wird beim niederösterreichischen Festival Glatt&Verkehrt besondere "Weltmusik" präsentiert; Stammgäste schwärmen, sie hätten sich dadurch so manche Reisen erspart. Heuer sind die nordischen Länder schwer vertreten.

Die Akkordeonistin Anne-Mari Kivimäkis setzt ihr Dissertationsthema zum Grenzgebiet zwischen Russland und ihrer Heimat Finnland in einer audiovisuellen Darbietung um. Am Eröffnungsabend kann das Publikum auch Joik hören: Die Musik der Samen bringt Alltägliches mit schamanistischen Elementen zusammen. "Wortlos gesungen, hat ein Joik weder Anfang noch Ende, der besungene Inhalt wird zum Joik", heißt es in der Ankündigung. Das klingt ziemlich bizarr, Wimme Saari wird - begleitet vom Bassklarinettisten Tapani Rinne - vermitteln, worum es sich dabei dreht. Die Hardanger-Fiedel kann man bei Nils Økland bestaunen (Klangraum Krems Minoritenkirche, Fr 19 Uhr). Das Danish String Quartet hat indes 400 Jahre alte Hochzeitsmusik für "Wood Works" adaptiert.

Zu einem Open-Air treffen sich der Wiener Elektroniker Christof Kurzmann und der schwedische Saxofonist Mats Gustafsson, um ihr Album mit dem poetischen Titel "Falling And Five Other Failings" vorzustellen (Krems, Minoritenplatz, Sa 17 Uhr). Ein mögliches weiteres Highlight: Sidsel Endresens Samtstimme passt wunderbar zum entspannten Live-Remix von Jan Bangs.

Krems, div. Orte, Do-So; glattundverkehrt.at


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