"Verarscht er uns?"

Das Gerichtsverfahren gegen den Amokfahrer von Graz: Ist Alen R. schizophren, hochintelligent oder vielleicht beides?


Jeder kennt das Foto: Alen R., bärtig, Ruderleiberl, der Blick hochkonzentriert, aggressiv. Gelacht soll er haben, während die von ihm gerammten Menschen durch die Luft flogen.

Und dann geht die Saaltür auf, und herein tappt ein junger Mann in geduckter Haltung, sein weißer Anzug schlottert. Blass, glattrasiert, Brille. Er sinkt in sich zusammen. Das soll der Mann sein, der die halbe Grazer Innenstadt niedergemäht hat und nicht einmal vor einem vierjährigen Kind zurückgeschreckt ist?

Drei Menschen waren nach der Amokfahrt am 20. Juni 2015 auf der Stelle tot, einer ist später verstorben. Was dem 27-jährigen Alen R. blüht, ist offen: Die Staatsanwaltschaft hat ihn nicht wegen mehrfachen Mordes und 110-fachen Mordversuchs - bezogen auf all jene, die verletzt wurden oder sich gerade noch retten konnten - angeklagt, sondern einen Antrag auf Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingebracht. Damit folgt sie dem psychiatrischen Obergutachten, wonach R. an paranoider

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