"Eine Frau kann so nicht dasitzen"

Der Soziologe Michael Hartmann hat die Eliten der Wirtschaft analysiert. Sein Fazit: Frauen und Migranten passen nicht ins Schema

Interview: Josef Redl | Politik | aus FALTER 39/16 vom 28.09.2016

Als Student führte Michael Hartmann 1000 Interviews mit Spitzenjuristen. Schon bald bemerkte er, dass sie fast ausnahmslos aus dem gleichen - bürgerlichen - Milieu stammten. Seitdem untersucht der Soziologe das Wesen von Eliten.

Falter: Sie haben kürzlich die Eliten von Politik, Justiz, Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland untersucht. Sie sind dabei zu dem Befund gekommen, dass die Spitzen der Wirtschaft am exklusivsten sind. Warum ist das so?

Michael Hartmann: Zwei Gründe: Von den 100 größten Unternehmen ist in Deutschland fast jedes zweite in Familienbesitz. In diesen von Familien kontrollierten Unternehmen spielen Traditionen eine große Rolle. Häufig werden Spitzenpositionen aus der eigenen Familie besetzt. Und dann können wir feststellen, dass sehr stark nach Ähnlichkeit rekrutiert wird. Bei der Besetzung eines Jobs sind in der letzten Runde der qualifizierten Kandidaten immer Dinge wie Sympathie oder das Gefühl, "der erinnert mich an mich selbst, als ich jung war", ausschlaggebend.

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