Als die Maler Konfetti warfen

In der Albertina bringt die Schau "Seurat, Signac, Van Gogh" die Rolle des Pointillismus für die Moderne auf den Punkt

Feuilleton | Ausstellungskritik: Nicole Scheyerer | aus FALTER 39/16 vom 28.09.2016

Wie weit muss man vom Bild wegtreten, wie nah an die Leinwand heranrücken? Bei vier bis fünf Metern Distanz verlieren die pointillistischen Gemälde ihren Punktcharakter und die Tupfen verschmelzen zu Farbflächen. In der gut besuchten Albertina-Schau "Seurat, Signac, Van Gogh" besteht bei dieser Übung allerdings die Gefahr, einem anderen Besucher auf die Zehen zu steigen.

Zwei Jahre lang lief der junge Maler Georges Seurat mit dem Pinsel in der Hand vor der Leinwand hin und her, ehe er sein Hauptwerk "Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte" fertigstellen konnte. Jeder kennt die Sommerszene an der Seine, die eine Dame mit ausgestelltem Rock, dem sogenannten "Pariser Hinterteil", in den Vordergrund rückt.

Die 104 Werke umfassende Ausstellung muss den Pointillismus jedoch ohne dessen großes Paradebild zeigen, denn es darf das Art Institute of Chicago nicht mehr verlassen. Seurat hat für das lichte Gras das damals neue Pigment Zinkgelb verwendet, das sich bald verfärbte. Dafür


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