Theater Kritiken

Überall Schädlinge und ein wohlmeinender Jurist

Martin Lhotzky | Lexikon | aus FALTER 39/16 vom 28.09.2016

Eine traumatisierte Vollzeitkammerjägerin jugoslawischer Herkunft, ihre weltrettungsbewegte Tochter, ein Kriegsreporter mit angeknackstem Nervenkostüm, der Sohn eines mutmaßlichen serbischen Kriegsverbrechers, ein Rechtsanwalt mit Mission, der Uniprofessor der Tochter sowie ein israelisch-palästinensisches Ehepaar, das seine eigene Geschichte spielt, sind die Protagonisten in "Niemandsland". Das aus Graz mit leichten Aktualisierungen übernommene Projekt von Yael Ronen und ihrem Ensemble zeigt Kriegsopfer und Fluchtschicksale und gewährt auch einen indirekten Blick auf die Täter. Zu Beginn und Ende tanzt das Ensemble je eine kurze, berührende Choreografie. Wohl um einige Härten der Realität abzufedern, greift man leider auch zu Klamauk. Das wäre gar nicht nötig, denn zumindest ein Subplot endet glücklich.

Volkstheater, Di 19.30


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