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News-Verlag streicht bis zu 100 Stellen

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 39/16 vom 28.09.2016

Das Mail aus der Chefetage an die Mitarbeiter begann mit einer Plattitüde. "In den vergangenen Jahren hat sich die Medienlandschaft dramatisch verändert. Nicht nur in Österreich, sondern auf der ganzen Welt", erklärte der Chef und Mehrheitseigentümer des News-Verlags Horst Pirker seinen Mitarbeitern.

Die Verlagsgruppe News, zu der unter anderem News, Trend, Profil und Woman gehören, habe sich schlecht auf die Digitalisierung vorbereitet, seit 2010 breche das Anzeigengeschäft weg. Fünf Millionen Euro betrage der jährliche operative Verlust. Man müsse also sparen. Zehn Prozent der Gesamtkosten will Pirker senken. Das entspreche etwa zehn Millionen Euro. Von den 500 Stellen im Verlag sollen zwischen 80 und 100 gestrichen werden. Davon beträfen zwei von fünf Jobs Journalisten. Die Einsparungen würden "quer durch die Gruppe" gehen, erklärte Pirker der Nachrichtenagentur APA. Weil die Einnahmen aus dem Digitalgeschäft, den Anzeigen und den Heftverkäufen zu gering sind, will der Verlag künftig journalistisch relevanter werden und stärker auf andere Einkommensquellen wie Veranstaltungen und Reisen setzen. Erst im Juni hatte Pirker die Mehrheit der Verlagsgruppe vom deutschen Medienriesen Gruner+Jahr übernommen.


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