Kolumne Außenpolitik

Syrien: Trotz des Schreckens ist Geduld erforderlich

Falter & Meinung | aus FALTER 39/16 vom 28.09.2016

Im Internet sieht man schreckliche Bilder der Zerstörung aus der eingekesselten Millionenstadt Aleppo. Im UN-Sicherheitsrat stehen Russland und die syrische Regierung unter der Anklage barbarischer Kriegsverbrechen. Die Feuerpause, die vor zwei Wochen zwischen den USA und Russland vereinbart wurde, um den Weg für humanitäre Hilfskonvois der Uno zu ebnen, wurde von Moskau und Damaskus aufgekündigt.

Gibt es neben einer militärischen Entscheidung überhaupt noch Raum für Verhandlungen? Amerikaner und Russen schieben einander gegenseitig die Schuld zu - es weht ein Hauch von Kaltem Krieg. Der Krieg ist zu einem globalen Konflikt geworden, der die Grenzen Syriens übersprungen hat: Über die Flüchtlingswelle hat er die EU schon destabilisiert. Die Appelle zu einer Wiederbelebung der Feuerpause in Aleppo richten sich bezeichnenderweise weniger an die Kriegsparteien selbst als vielmehr an jene Mächte, die Einfluss auf diese Kriegsparteien haben. Die Entscheidung liegt primär bei ihnen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige