Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Darf einer wie ich die ÖVP kritisieren? Welchen Kapitalismus brauchen wir?

Falter & Meinung | Von Armin Thurnher | aus FALTER 39/16 vom 28.09.2016

In meinem neuen Buch versuche ich eine Kritik der politischen Parteien. Die Presse druckte in ihrer Samstagsbeilag Spectrum auszugsweise das Kapitel über die ÖVP. Es rief im konservativen Blatt Entrüstung hervor; Hans Winkler, ehemals Chef der Wiener Redaktion der Kleinen Zeitung, schrieb eine Replik; die Poster taten das Übliche.

Ist ein als links positionierter Autor überhaupt berechtigt, solche Fragen zu stellen und die ÖVP zu kritisieren, fragen meine Kritiker. Die Frage disqualifiziert sich selbst, sollte man meinen. Darf man ein Ei kritisieren, wenn man selbst keines ist oder keines gelegt hat? Natürlich darf man, und in der Demokratie muss man.

Die grotesken Mechanismen der österreichischen Unöffentlichkeit führen dazu, dass man, kaum dass man jemandes Argumente als richtig oder falsch bezeichnet, als Parteigänger oder Gegner der jeweiligen Person gilt. Danach kann jede Äußerung bequem als parteiisch disqualifiziert werden. Der Mann spricht im Auftrag. Eine unabhängige


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