An einem Tisch wie meinem

Das Theaterkollektiv Rimini Protokoll gastiert mit "Hausbesuch Europa" in Wiener Wohnungen. Ein Falter-Redakteur lud es ein

Feuilleton | GASTGEBER: MARTIN PESL | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Huch, fremde Menschen in unserer Wohnung! Diese ungewohnte Erfahrung ist der erste Spezialeffekt des Projekts "Hausbesuch Europa" des deutsch-schweizerischen Theaterkollektivs Rimini Protokoll. Für die vom Brut veranstaltete Wiener Fassung des 2015 entwickelten Formats konnte man sich vorm Sommer als Gastgeber anmelden, vorausgesetzt, man besitzt einen Tisch für 15 Personen und ein Backrohr. Die "Aufführung", besser: das Gesellschaftsspiel - denn Performer gibt es keine, nur Spieler, und die sind wir selbst - findet jedes Mal in einer anderen Wohnung statt, am Samstagnachmittag bei Pesls im 18. Bezirk.

Erst kommen ein Spielleiter, der den Tisch mit einer riesigen gezeichneten Europakarte bedeckt, und ein Techniker, der es sich - möglichst versteckt -mit seinem Laptop auf dem Boden hinter der Kochzeile bequem macht. Dann trudeln nacheinander die Gäste ein, sie haben acht bis 16 Euro für die Karte bezahlt. Zwei sind Freunde von uns, den Rest kennen wir (noch) nicht: Studentinnen der


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