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Er konnte im Unterricht nur zuhören, wenn er nebenher etwas zeichnete. Er schrieb mitten in Wörter Großbuchstaben, ohne es zu wollen. Er begann seine Tage mit einer Pille. Ein junger Erwachsener erinnert sich an seine Kindheit als ADHS-Patient

AUFZEICHNUNG: NINA BRNADA Mitarbeit: Franziska Tschinderle | Stadtleben | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016


Illustration: Bianca Tschaikner

Illustration: Bianca Tschaikner

Jonas schwor sich, bis zu seinem 21. Lebensjahr nichts anzurühren. Keine Zigaretten, kein Alkohol, kein Gras. Er sagt, er wusste schon als kleines Kind, wie das ist, wenn man auf Drogen ist. Mit elf Jahren bekommt Jonas die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, ADHS. Biologisch betrachtet ist es eine Erkrankung des Hirnstoffwechsels. Fast ein halbes Jahrzehnt nimmt Jonas starke Medikamente, um durch den Alltag zu kommen, sie lassen ihn funktionieren und sie machen ihn schlapp. Heute ist er 24 Jahre alt, sitzt im Café Rüdigerhof in Wien-Margareten, Lederjacke, Locken, Tattoos. Das Protokoll einer Jugend, die ihm immer noch nachhängt.

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