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Wenn die Software Journalisten ersetzt

Medien | VORBERICHT: BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 40/16 vom 05.10.2016

Dirk Helbing ist Komplexitätsforscher an der ETH Zürich und befasst sich mit der "Industrie 4.0". Das Schlagwort umfasst die dramatischen Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt durch die fortschreitende Digitalisierung. "Nichts wird so bleiben, wie es war. In den meisten europäischen Ländern werden circa 50 Prozent der heutigen Arbeitsplätze verlorengehen", prophezeit Helbing in der Schweizer Sonntagszeitung.

Wie sich die Digitalisierung auf die österreichische Medienlandschaft auswirkt, kann man am Beispiel News-Verlag sehen. Vergangene Woche gab der Verlag bekannt, etwa zehn Prozent der rund 500 Angestellten abzubauen (der Falter berichtete). Derzeit arbeitet der Vorstand an einem Sozialplan, dem auch der Betriebsrat zustimmen soll. Mehrheitseigentümer und Verlagschef Horst Pirker begründet den Einschnitt mit dem "dramatischen" Umbruch in der Medienlandschaft. "Bekanntermaßen ist die Digitalisierung der zentrale Treiber dieser Veränderung", schrieb Pirker seinen Angestellten.

Das ÖVP-nahe Friedrich-Funder-Institut holt nun den Komplexitätsforscher Helbing nach Wien, um mit ihm über die Digitalisierung und den Umbruch in der Branche zu sprechen. Zentrales Thema: "Was kann die vorausschauende Industrie- und Medienpolitik tun, damit die Gewinner dieser Entwicklung auch in Europa einen Arbeitsplatz haben und nicht nur im Silicon Valley?" News-Verlagschef Pirker diskutiert anschließend unter anderen mit Saim Alkan von Aexea die Firma verkauft Software, die automatisiert aus Daten journalistische Meldungen macht.

Industriellenvereinigung, 10. Okt., 18 Uhr, 3., Schwarzenbergplatz 4


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